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Beim Saliterer in Wölting

Salpeter, in Salzburg auch Saliter genannt, ist eine der stärksten Mineralsäuren. Er war bei der Goldgewinnung unerlässlich, da mit seiner Hilfe als Scheidewasser Gold und Silber im erzführenden Gestein getrennt werden konnten. Mit dem Einsatz des Schießpulvers in Europa wurde die Bedeutung der Salze der Salpetersäure, der Nitrate, immer größer, da sie als Bestandteil des Schießpulvers Verwendung fanden. Der name leitet sich von Sal petri, d. i. Felsensalz, ab. Bei uns wurde der wertvolle Stoff hauptsächlich in Ställen und Tennen durch "Saliterer" genannte Arbeiter von den Wänden abgeschabt, aus dem Boden gegraben und aus Asche gewonnen. Die Weiterverarbeitung erfolgte in sogenannten "Saliterstampfen". Durch Übergießen von aufgeschütteten Kalkhaufen mit Jauche, Auslaugen des so erhaltenen Kalksalpeters und Umsetzen mit Pottasche wurde der Salpeter in Plantage künstlich erzeugt. 1791 gab es in 24 Pfleggerichten Salzburgs 29 Salitersiedereien, wobei bemerkt wurde, dass der Saliterer in Lichtenberg (Saalfelden) der geschickteste im ganzen Land, die Tamsweger Plantage aber die schönste sei.

Der Gasthof "Saliterer" in Wölting gehörte im 18. Jh. zum Kloster Nonnberg und war immer schon ein beliebtes Ausflugslokal für die Tamsweger Bürger. Die rührigen Wirtsleute verstanden es aber auch, durch Zimmergewehrschießen, Knödeleisschießen, Gartenkonzerte, Dienstbotenprämierungen, Schafaufbrateln und Maibaumfeste auf sich aufmerksam zu machen. Im Jahr 1989 brannte das Gasthaus ab, wurde in der Folge neu aufgebaut und gilt heute als gutes Gastlokal, in dem man ausgezeichnet speisen kann.




Saliterer 1937 (Foto links); Saliterer heute (Foto rechts);